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Kardiologie
Untersuchung von Herz- und Kreislaufsystem

Dr. Dieter Müller
FTA für Kleintiere, Chirurgie, Augenheilkunde

Die gründliche Untersuchung von Herz- und Kreislauf ist Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung, die eine Beseitigung von Symptomen wie Leistungsschwäche, Husten und Atemnot erbringen soll. Die Ziele nach einer korrekten Diagnose sind die Verbesserung der Lebensqualität des Patienten und eine Verlängerung der Lebenserwartung.

Bestandteile der Herz- und Kreislaufuntersuchung:

  • Erfassen des Vorberichtes
  • Abhören (Auskultation)
  • Pulsqualität
  • Periphere Durchblutung
  • Blutdruckmessung
  • Computer-EKG
  • Röntgen des Brustkorbes
  • Herzultraschall (Echokardiographie)

Der Vorbericht soll Aufschlüsse über die Ursache, Dauer und Schwere der Symptome liefern. Häufig sind die genauen Beobachtungen des Tierbesitzers sehr wichtig um das Krankheitsgeschehen einzugrenzen.

Bei der Auskultation des Herzens werden die Herztöne auf zeitliche Abfolge, Reinheit, Intensität, Rhythmus und das eventuelle Auftreten von pathologischen Nebengeräuschen stellt untersucht. Viele angeborene Herzerkrankungen äußern sich durch starke Herzgeräusche, die z.B. durch mangelhaft schließende Herzklappen entstehen. Bei herzbedingten Wasseransammlungen in der Lunge (Symptom Herzhusten) können feuchte Rasselgeräusche über den linken und rechten Lungenflügeln auftreten.

Die Pulsqualität repräsentiert die Auswurfskraft des Herzens und die Herzfrequenz. Auch schwere Rhythmusstörungen sind an den Pulswellen fühlbar.

Die periphere Durchblutung ist von entscheidender Bedeutung für die Versorgung der Körperzellen mit ausreichend Sauerstoff und dem normalen Ablauf von Stoffwechselfunktionen. Sie wird an den direkt sichtbaren Schleimhäuten des Zahnfleisches überprüft.

Die Blutdruckmessung ist in der Humanmedizin selbstverständlich. Auch bei Hunden und Katzen kann der Bluthochdruck (Hypertonie) vorkommen. In unserer Praxis kann der Blutdruck mit Manschetten oder einem Gefäßdoppler bestimmt werden.

Das Computer-EKG zeichnet die elektrischen Vorgänge von Reizentstehung und Reizweiterleitung im Herzen während der Entspannungsphase (Diastole) und Kontraktionsphase (Systole) direkt in digitaler Form auf. Der Vorteil liegt in dem Verzicht auf zeitbegrenzte Papieraufzeichnungen auch Langzeit-EKGs mit sechsfacher Ableitung sind problemlos möglich. Viele Herzrhythmusstörungen treten am Anfang nur sporadisch auf und wären bei Kurzzeit-EKGs leicht zu übersehen. Interessante EKG Passagen können gespeichert werden. Die Ausmessung der zeitlichen Abläufe und Höhe der Zacken (Amplituden) erfolgen am Computer. Die Interpretation der EKG-Befunde erfordert kardiologische Fachkenntnisse und Erfahrung.

Das Röntgen des Brustkorbes liefert Informationen über die Lage und Größe des Herzmuskels sowie die Beschaffenheit der Lungenlappen. Flüssigkeitsansammlungen im Lungengewebe und Vergrößerungen der Herzsilhouette (Herzdilatation) gilt besondere Aufmerksamkeit.

Die Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie) mit besonders ausgerüsteten Ultraschallgeräten und verschiedenen Ultraschallsonden je nach Größe des Tieres ermöglicht die innere Betrachtung und Vermessung des Herzens in seiner real am Bildschirm dargestellten Funktion. Mit der Doppler- und Farbdopplertechnik können Rückschlüsse auf Blutfluss, die Flussgeschwindigkeit und Strömungsstärke gezogen werden. Selbst kleinste Löcher in den Herzscheidewänden sind damit erkennbar.

Mit der Röntgendiagnostik stellt man die äußere Gestalt des Herzens dar - mit der Echokardiographie gelingt ein Live-Einblick in das Innere des schlagenden Herzens.